Traurig hockt der junge Fuchs im viel zu engen Käfig. Wie seine pelzigen Leidens- genossen schaut er durch die Gitterstäbe, als wüßte er genau, welches Schicksal auf ihn wartet. Zum Glück ist es nur ein Stofftier, das mit großen Augen um Hilfe bittet. Vielen seiner echten Pelzkollegen aber geht es wirklich an den Kragen.
Auf einem Handzettel haben die Greenteamerinnen Pauline, Kay, Paula und Miray, alle 13 Jahre alt, die wichtigsten Informationen zusammengetragen. Die nüchternen Zahlen klingen schockierend: Zehn bis sechzehn Füchse sind in einem einzigen Pelzmantel verarbeitet
. Für einen Nerz lassen dreißig bis fünfzig gleichnamige Tiere ihr Fell. Und es braucht mehr als fünfzig Chinchillas, um einen Mantel dieser Art herzustellen.
Käfig und Handzettel: Zwei einfache, aber sehr wirkungsvolle Mittel, die das Greenteam im vorigen Jahr in der Bochumer Innenstadt einsetzte, um auf die täglichen Qualen eingesperrter Tiere in der Pelztierzucht hinzuweisen. Zum Beispiel in Nerzfarmen, wo die kostbaren Pelzchen eng an eng in viel zu kleinen Käfigen zusammengepfercht hocken, oft auf Drahtböden. Im Sommer, erklären die Flöhe-Mädchen auf ihrem Handzettel, stirbt jedes zehnte Tier an Hitzschlag.
Das schlimmste was wir bei unseren Aktionen gegen die Pelzindustrie bisher erlebt haben, sind die Leute, die uns einfach ignorieren
, erzählt Miray, die Greenteam-Ansprechpartnerin. Obwohl, noch schlimmer sind wohl die Diskutierer, die sagen, dass ja auch Schweine und andere Tiere getötet werden und die Menschen in kalten Regionen ohne Pelze sonst frieren müssten. Und manche Leute nehmen das Infoblatt ohne uns zu beachten und werfen es zusammengeknüllt direkt auf die Straße!
Es gibt aber auch andere Menschen, denen das Schicksal von Nerz, Chinchilla, Fuchs und anderen Leidensgenossen nicht egal ist. Die unterschreiben beim Flöhe-Greenteam gegen die Pelzfarmen. Manchmal auf der Straße, oder in der Schule oder wo auch immer das Greenteam gerade geht und steht und ihre Handzettel und Unterschriftenlisten dabei hat. So sind während der letzten zwei Jahre sagenhafte 1100 Unterschriften zusammengekommen - Hut ab! Und erst recht die Pelzkappe!