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Da haben wir den Salat! Zu viele Spritzmittel im Supermarkt-Grünzeug

2.02.2010

Neues Jahr, neues Glück? Gleich im Januar kauften Greenpeace-Mitarbeiter Kopfsalate und Rucola in deutschen Supermärkten ein, um sie auf Rückstände von Spritzmitteln zu untersuchen. Insgesamt wanderten 36 Proben aus Hamburg, München, Dresden und anderen Städten in ein von Greenpeace beauftragtes Labor. Das Ergebnis ist wenig appetitlich: In 29 der 36 Proben wurden Spuren von Pestiziden entdeckt. Mehr als die Hälfte aller untersuchten Kopfsalate kann Greenpeace nicht empfehlen.

Greenpeace-Mitarbeiter bereiten Salat aus deutschen Supermärkten für die Laboruntersuchung vor.

Frischer Kopfsalat und Rucola gelten allgemein als gesundes Grünzeug. Doch aufgepasst: Gerade frische Salatköpfe aus dem Supermarkt sind häufig viel zu stark gespritzt. Die Pestizide (Spritzmittel) können sogar regelrecht gesundheitgefährdend sein.

Deswegen hat Greenpeace jetzt auch Strafanzeige gegen Tengelmann erstattet: In einer der untersuchten Kopfsalat-Proben aus einem Tengelmann-Markt wurde die erlaubte Menge eines Pestizids überschritten. Die chemischen Rückstände sind vor allem für Kinder gefährlich.

Die erste Greenpeace-Spritzmitteluntersuchung im neuen Jahr brachte noch weitere unappetitliche Ergebnisse zum Vorschein: Auch Wirkstoffe, die in der EU gänzlich verboten sind, ließen sich in den Proben aufspüren.

Unser Test zeigt, dass nur ein Kopfsalat und drei Rucola-Proben aus konventionellem Anbau unbelastet sind. Das sind zu wenige, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. Im Winter sind Blattsalate Risikoprodukte: Sie werden in Treibhäusern zumeist überdüngt und stark gespritzt.

Manche Ware dürfte gar nicht verkauft werden. So fand das Labor in drei Proben Pestizide, die die gesetzlich zugelassenen Höchstmengen überschreiten. Besonders schlecht schnitten die Salat- und Rucola-Proben aus den Herkunfstländern Italien und Belgien ab. Etwas besser dagegen die Proben aus Spanien und Deutschland. Greenpeace fordert jetzt eine lückenlose staatliche Kontrolle für die Pestizidrückstände in Salaten.

In diesem Winter sollten Salatliebhaber aber erst einmal auf Bio-Salate und Bio-Rucola umsteigen. Da die Supermärkte im Untersuchungszeitraum keine Bio-Alternative anboten, sollte der Handel - so Greenpeace - das Bio-Sortiment im Winter erweitern.