Um sich im Kriegsfall gegen Raketenangriffe wehren zu können, will die US-Regierung eine Raketen- abwehranlage in Europa bauen. Zu dieser Anlage gehört ein Radar, das auf einem Militärgelände in Brdy, nahe der tschechischen Hauptstadt Prag geplant ist.
Genau wie der Großteil der tschechische Bevölkerung hält Greenpeace nichts von diesen Plänen. Das Radar ist nämlich eher eine Gefährdung als ein Schutz vor Angriffen. Sollte es wirklich zu einem Krieg kommen, ist so eine militärische Anlage natürlich eines der ersten Ziele feindlicher Angriffe.
Um gegen den Bau der Anlage zu protestieren, hatten Greenpeacer ein Camp eingerichtet. Genau an der Stelle, an der das Radar gebaut werden soll. Bewohnt wurde es von einer internationalen Gruppe mit wechselnder Besetzung und es gab sogar einen Peaceland-Pass. Auch der Greenpeace-Aktivist Tobias Mandt aus Deutschland war ein paar Tage im Camp.
Anfangs wurden wir drei Mal täglich im Camp von der Polizei kontrolliert
, berichtet Tobias. Aber nachdem wir letzte Woche am Montag den eigenständigen Staat Peaceland ausgerufen haben, hörte das plötzlich auf. Niemand hat mehr unser Gelände betreten. Unsere Grenzen wurden respektiert.
Allerdings war es gar nicht so einfach, in Peaceland einzureisen. Außerhalb der Grenzen passte die Militärpolizei auf. Darum mussten sich Besucher und Aktivisten immer wieder neue Wege zur Einreise suchen. Am besten klappte das Nachts.
Nachdem die Militärpolizei fast sechs Wochen lang kaum etwas gegen das Camp unternommen hat, wurde es gestern Abend geräumt. Wie es jetzt mit dem Bau der Radaranlage weiter geht, bleibt abzuwarten.