ThemenAktionenKids-InfosGreenteamsFun

Teil 2: Mittendrin im Klimawandel

15.05.2005

Verheerende Stürme, schmelzende Gletscher, Fluten und Dürren ... alles nur Zufall? Ein einzelnes sonderbares Wetterereignis, wie zum Beispiel plötzlicher Schnee in der Wüste, ist für Klimaforscher noch kein Grund zur Besorgnis - auch wenn die Leute in der betroffenen Region verständlicherweise ganz aus dem Häuschen sind. Aber ...

Der Hurrikan "Andrew" hat in Florida zerstörte Häuser hinter sich zurückgelassen.

Die Alarmlämpchen der Klimaforscher fangen an zu leuchten, wenn dieser Wüstenschnee zusammentrifft mit einer ganzen Kette von Wettermerkwürdigkeiten überall auf der Welt, die sich dann auch noch in unschöner Regelmäßigkeit wiederholen. Und plötzlich wird klar, dass wir uns mittendrin befinden im Klimawandel - auch wenn jedes Ereignis einzeln betrachtet Zufall sein könnte.

Folgen des Klimawandels

Ein Tuareg sucht im Wadi des Akakus nach Trinkwasser.

Als Folge des Klimawandels befürchten die Forscher in einigen Regionen der Erde die Ausbreitung von Dürregebieten, in anderen Regionen dagegen einen starken Anstieg von Regenfällen, außerdem mehr Hitzeperioden und die Zunahme von Orkanen und tropischen Wirbelstürmen.

Ozeane erwärmen sich und das führt unter anderem dazu, dass die Wasserspiegel steigen: Inseln und Küstenlinien drohen im Meer zu versinken. Selbst die Gletscher in den Bergen - oft als ewiges Eis bezeichnet -, und auch die Eismassen in Arktis und Antarktis halten dem Temperaturanstieg nicht stand. So wird die Ewigkeit plötzlich zu einer recht kurzfristigen Angelegenheit ...

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das "ewige" Eis - eine kurzfristige Angelegenheit?

Greenpeace untersucht per Hubschrauber den arktischen Beringgletscher. In den letzten 100 Jahren sind rund 130 Quadratkilometer des Gletschers weggeschmolzen. Das ist für Gletscherverhältnisse sehr viel.

Fast überall auf der Erde schmelzen die uralten Eismassen. In den Alpen kann man fast zusehen, wie die Gletscher jedes Jahr kleiner werden. Das schwimmende Eis auf dem Meer in der Arktis schmilzt den jagenden Eisbären buchstäblich unter den Tatzen weg - und zwar jeden Sommer noch früher.

In der Antarktis brechen plötzlich gigantische Eisberge auseinander - so geschehen zum Beispiel im Jahr 2003, als ein abgebrochener Eisriese den Pinguinen beinahe zum Verhängnis wurde: er versperrte den Weg zum Meer und damit zur Futterquelle.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Fakten aus der Klimaküche

Der "Ochsentaler Gletscher" in den Alpen mit dem Piz Buin. Das obere Bild zeigt ihn um 1912, das untere im Jahr 2001.

In Kanada und Ostsibirien sind die Temperaturen im Boden in den letzten 30 Jahren um drei Grad Celsius angestiegen. Der Bering-Gletscher in Alaska ist in den letzten zehn Jahren um etwa 15 Kilometer geschrumpft. Auch in den europäischen Alpen schmelzen die Gletscher. Mehr als ein Drittel der Gletscherfläche in Europa ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts schon verschwunden.

Der Indische Ozean und der Südpazifik haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erwärmt. Auch infolgedessen ist der Meeresspiegel angestiegen, denn wärmeres Wasser braucht mehr Platz als kälteres. Die steigende Wassertemperatur der Meere führt dazu, dass immer mehr Korallenriffe absterben.

Hochwasserkatastrophe in Grimma/Sachsen. Nach tagelangen Regenfällen hat die Mulde das Städtchen überflutet. Autos verschwinden fast bis zum Dach im schlammigen Wasser.

In der Sahelzone (südlich der Sahara) und in großen Teilen Ost- und Südafrikas regnet es in den letzten 10 Jahren sehr viel weniger als früher. In anderen Teilen der Welt waren dieselben zehn Jahre das Jahrzehnt der Flutkatastrophen. (Oderbruch 1997, Elbeflut 2002, Überschwemmungen in Südkorea, Bangladesh, Indien, Nepal, Vietnam und China)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Steinalt aber schnell verfeuert: Erdöl, Erdgas, Kohle

In der Grube Hambach wird die Braunkohle im Tagebau abgebaut. Riesige Schaufelradbagger wühlen die Erde auf. Übrig bleibt eine öde Mondlandschaft.

Die Erde hat viele Löcher im Bauch. Seit 150 Jahren wird nach den Rohstoffen gebuddelt, mit denen sich Energie erzeugen lässt: Braun- und Steinkohle, Erdöl und Erdgas, selbst Torf und Ölschiefer. Damit Autos fahren, Flugzeuge fliegen, Handys klingeln, Wohnungen warm und Kühlschränke kalt bleiben, damit Maschinen laufen und Computer rechnen, werden diese fossilen Energieträger verbrannt.

Fossil heißt soviel wie versteinert oder aus einer früheren Welt. Was wir heute als fossile Energieträger kennen, war vor langer Zeit einmal Biomasse, das sind Tier- und Pflanzenreste. Und die konnten von damals bis heute nicht verrotten. Aber warum nicht?

Riesige Schaufelradbagger wühlen die Erde im Braunkohletagebau Hambach auf. Auf einem solchen Riesen haben Greenpeacer mehr als 50 Stunden ausgeharrt. Als Demonstration gegen die "Umweltschweinerei Braunkohle" haben die Greenpeacer den 96 Meter hohen Bagger außerdem schweinchenrosa angestrichen.

Wenn zum Beispiel ein Ast vom Baum abbricht und auf den Waldboden fällt, dann zerbröselt er mit der Zeit. Dafür sorgen Käfer, Regenwürmer und anderes kleines Getier. Die sägen, saugen und fressen so lange daran herum, bis er ganz mehlig wird. Und irgendwann kommen so genannte Mikroorganismen, das sind winzigste Lebewesen, die den Rest des zerbröselten Astes mit Appetit in seine chemischen Bestandteile zerlegen. Das Material vermischt sich mit dem Boden und wird irgendwann selber zu Humus. Dieser Ast ist verrottet - er ist kein Energieträger mehr, man kann ihn nicht mehr verbrennen.

Durch leckende Pipelines auf einem Förderfeld nördlich von Usinsk/Russland bilden sich Ölseen. Das Öl aus den Lecks wird abgefackelt, schwarzer giftiger Qualm steigt auf.

Wenn aber aus irgendwelchen Gründen kein Sauerstoff aus der Luft da ist - zum Beispiel auf dem Meeresgrund oder in bestimmten Erdschichten - können die Mikroorganismen nicht arbeiten. Kommen dann noch andere Umgebungsbedingungen hinzu wie eine bestimmte Temperatur und hoher Druck, dann entsteht in langer Zeit so ein fossiler Energieträger. In ihm steckt immer noch die brennbare Energie der Biomasse von damals. Durch die Verbrennung wird der seit Urzeiten gebundene Kohlenstoff innerhalb kürzester Zeit frei: als Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) steigt er in die Atmosphäre.

In Teil 3 geht um die Frage, wer das Klima zerstört, um die Frage, warum bestimmte Länder wie zum Beispiel die USA mit Klimaschutz nichts am Hut haben, aber auch darum, wie man aus dem Klimaschlamassel wieder herauskommen kann.

Autor/in: Helga Bachmann, Harald Mörking


Interne Links: