Es gibt keinen Planet B
stand auf einem der dreitausend schwarz-gelben Plakate, die Greenpeace jedem in die Hand drückte, der gerne mit dieser oder ähnlichen Botschaften an dem Demonstrationszug teilnehmen wollte. Um zwei Uhr nachmittags sollte die Demonstration losgehen, doch einige Greenpeacer waren bereits seit dem frühen Morgen auf den Beinen, um Vorbereitungen für die große Klimaschutzsause zu treffen.
Zum Beispiel musste der große Greenpeace-Schneemann mit Luft gefüllt werden, ebenso die Weltkugel mit dem Rettungsring um den Bauch. Auch sie trugen Botschaften wie Stop Climate Change
und schwebten später gut sichtbar über der Menschenmenge.
Gegen halb zwölf begann sich der große Sammelplatz für die Demonstranten in Kopenhagens Innenstadt zu füllen. Auf einer Bühne sprachen prominente Redner wie das dänische Top-Model Helena Christensen, die afrikanische Sängerin Angelique Kidjou oder der neue Greenpeace-Chef Kumi Naidoo zu den vielen, geduldig wartenden Menschen. Wir wollen einen echten Abschluss in Kopenhagen - fair, ambitioniert, verbindlich
. Mehrere zehntausend Menschen jubelten und applaudierten.
Die Strecke zum Bella Center, wo die Delegierten seit dem 7. Dezember über unser Klima diskutieren und darüber, wie es zukünftig besser geschützt werden kann, ist sechs Kilometer lang. Normalerweise in gut anderthalb Stunden zu schaffen. Doch die rund einhunderttausend Menschen, wie die Veranstalter später als Zahl durchgaben, brauchten an diesem Samstag fast vier Stundenbis zum Zielort.
In der Zwischenzeit war es dunkel geworden. Ganz plötzlich aber tauchten Kerzen und Fackeln wie aus dem Nichts auf - ein wunderschönes Lichtermeer der Hoffnung und Sinnbild für den friedlichen Protest vieler, vieler Menschen, die sich Sorgen um die Erde und um ihre Zukunft machen. Schneemann und Weltkugel gerieten nicht einmal in Gefahr - so viel Achtsamkeit sollten jetzt auch die Politiker in Kopenhagen aufbringen.