Morgens um halb sieben machen sich Gertraude, Ruth, Margret und ihre sieben Greenpeace-Kollegen vom Team50plus auf den Weg zum Konferenz- gebäude. Team 50plus, das sind Menschen, die 50 Jahre und älter sind, sich aber noch lange nicht zu alt für Klima,- und Umweltschutzaktionen fühlen.
Seit Jahren engagieren sie sich freiwillig bei Greenpeace für eine gesunde Erde - da passt es schon gut, dass ihr derzeitiger Arbeitsplatz eine 12 Meter hohe Weltkugel mit 10 Metern Stehfläche ist. So wie die reale Welt der Lebensraum für uns alle ist, gehört auch die kleinere Version im Konferenzgebäude vielen Umwelt- und Klimaschutzorganisationen zusammen.
Im Inneren der Kugel ist Platz für etwa fünfzig Besucher. Vorträge, Filme, eine Ausstellung über die Bedrohungen, die der Klimawandel mit sich bringt, informieren interessierte Konferenzteilnehmer.
Gertraude, Ruth und alle anderen vom Kaffeeteam geben ihr Bestes, um möglichst viele Besucher in das Innere der Weltkugel zu locken. Da kommen viele Liter Kaffee zum Einsatz. Aber sie verteilen auch Flyer und erzählen von den Veranstaltungen im blauen Planeten. Sie kommen dabei mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt.
Wir haben gehört, dass rund 42.000 eine Eingangserlaubnis für die Konferenz erhalten haben
, erzählt Gertraude. Damit nichts Schlimmes passiert, müssen alle durch Sicherheitsschleusen, wie man es auch von Flughäfen kennt. Metallisches und Taschen in Körbchen, alles wird durchleuchtet, jeder Körper wird abgetastet.
Die Bestimmungen sind streng, das hat das Green- peace-Team schon mitbekommen:Eine chinesische Umweltaktivistin wollte mit großen, aufrüttelnden Fotos auf die verschiedenen Umweltprobleme in China aufmerksam machen. Überschwemmungen, Dürren, Erdrutsche, Landstriche, von Wüstensand zugeschüttet - ganz schlimme Bilder. Sie hatte 300 chinesische Masken dabei: rote, auf der no standen und grüne, mit yes drauf. Wir halfen ihr gerade, die Masken zu verteilen, als es zum Eklat kam: Die Security verbot das Austeilen, weil sie meinten, die Delegierten könnten die Maskenträger für Terroristen halten und Angst bekommen, erzählt Gertraude und schüttelt ungläubig den Kopf.
Aber die guten Erfahrungen überwiegen. Ich finde, dieser Platz hier, zu dieser Zeit in Kopenhagen zu sein, das ist gerade der wichtigste Platz der Welt. Davon ein klitzekleines Teilchen zu sein, ist mehr als ich mir jemals erhofft habe!
, sagt Ruth mit fester Stimme. Gertraude nickt. Morgen früh sind beide wieder ab sieben Uhr am Kaffeestand.