Im Mai 2008 hatten die beiden japanischen Greenpeace-Aktivisten Junichi Sato und Toru Suzuki bewiesen, dass die Besatzung der japanischen Fangflotte, die im arktischen Eismeer Jagd auf Großwale machte, einen Teil des Fleisches abzweigte und mit hohen Gewinnen privat verkaufte. Ein Riesen-Skandal! Schließlich wird der angeblich wissenschaftliche Walfang in Japan auch mit Steuergeldern finanziert!
Doch statt gegen die Betrügereien der Waljäger vorzugehen, wurden Junichi Sato und Toru Suzuki angeklagt, das Beweisfleisch, das sie der Staatsanwaltschaft übergaben, gestohlen zu haben. Ihnen drohen aufgrund der Anschuldigung bis zu zehn Jahren Haft in Japan!
Das Vorgehen der japanischen Staatsanwaltschaft ist ein Skandal
, sagt Greenpeace-Walexperte Thilo Maack. Der Vorwurf des Diebstahls, also einer persönlichen Bereicherung, ist völlig absurd. Kein deutsches Gericht würde vor so einem Hintergrund Anklage erheben
.
Zurzeit sind wieder japanische Schiffe unterwegs, um Jagd auf die weltweit größten Meeressäuger zu machen - und das, obwohl der Walfang eigentlich seit 1987 verboten ist. Japan behauptet, die Wale zu wissenschaftlichen Zwecken zu fangen. Tatsächlich aber wird Walfleisch in Japan noch immer verzehrt - wenn auch nur von einer kleinen Minderheit.
In Berlin haben die deutschen Greenpeace-Aktivisten zum Zeichen ihres Protestes eine aus Holz gefertigte Walfluke in blutrot gefärbtem Eis aufgestellt. Sie halten ein Banner hoch, auf dem steht:Gerechtigkeit für japanische Walschützer!
Bislang haben sich mehr als 250.000 Menschen sowie Organisationen an dem Aufruf beteiligt, die beiden japanischen Greenpeace-Aktivisten von den Vorwürfen freizusprechen. Auch die Vereinten Nationen (UN) verurteilen die Festnahme und Behandlung der beiden Walschützer.
Greenpeace fordert jetzt von der japanischen Regierung einen fairen Prozess, der internationalen Standards entspricht. Gleichzeitig muss die Untersuchung des von Greenpeace aufgedeckten Walfleischskandals wieder aufgenommen werden. Eine Hoffnung bleibt: Sollte das japanische Gericht diesen Fall zu Gunsten von Junichi Sato und Toru Suzuki entscheiden, könnte das möglicherweise auch das Ende des blutrünstigen Walfangs, der unter dem falschen Deckmantel der Wissenschaft stattfindet, einleiten.