Der Unfall im Golf von Mexiko beherrscht seit über zwei Monaten die Umwelt- nachrichten der Presse. Jeden Tag sprudeln mehrere Millionen Liter Öl ins offene Meer. Und das Schlimmste: Niemand weiß, wann und wie das Bohrloch in 1600 Meter Tiefe gestopft werden soll.
Taucher können den Schaden nämlich nicht beheben. Sie kommen höchstens 200 Meter tief. Daran hätte BP aber denken sollen, bevor der Ölriese seine Bohrungen in der Tiefsee aufnahm. Jetzt ist es zu spät. Ohne Notfallplan wird hektisch herumexperimentiert - aber das Erdöl fließt weiter ungehindert aus dem Bohrloch im Erdboden.
Wer jetzt aber glaubt, andere große Ölfirmen wie Shell oder ESSO würden aus diesem Vorfall lernen, irrt sich. Genau wie BP wollen sie weiter mit dem Tiefseegeschäft Geld machen. Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace, kann es kaum fassen:
BP zieht keine Konsequenzen aus der Katastrophe im Golf. Sie dringen weiter in die Tiefsee vor, als wäre nichts geschehen.
In Hamburg stand Jörg Feddern zusammen mit anderen Greenpeace-Aktivisten an einer Hamburger Aral-Tankstelle. Auch in Berlin, München, Köln und Essen forderten Greenpeace-Gruppen mit Bannern einen Stopp der Ölbohrungen in der Tiefsee. Sie informierten Tankstellen-Besucher über die Verantwortung der Ölindustrie und klärten sie auf, dass seit dem 20. April bis zu 500.000 Tonnen Öl in den Golf von Mexiko geflossen sind. Mittlerweile ist der Ölteppich so groß, dass er - auf eine europäische Landkarte übertragen - von Frankreich quer durch Deutschland bis nach Prag in Tschechien reichen würde!
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