Klima & Energie

Prima Klima?

Bestimmt habt ihr schon einmal mitbekommen, wie es aussieht, wenn Fachleute von vermehrt auftretenden extremen Wetterereignissen oder Wetterlagen sprechen – zumindest im Fernsehen …

 

Da rast plötzlich eine gewaltige Windhose durch die Stadt, deckt Häuser ab und wirft Autos um. Seltsamerweise passiert das nicht irgendwo in Amerika, sondern in Gießen. Da paddeln Leute mit Schlauchbooten durch die Straßen – und zwar in Dresden oder Passau und nicht in irgendeiner Stadt in Bangladesh. Klimakatastrophe, rufen die einen. Ganz normal, sagen die andern. Ja, was denn nun?

Vom verhagelten Picknick und anderen Katastrophen

Zugegeben: Wenn es monatelang fast endlos regnet, wenn der Himmel dauernd wie alter Griesbrei aussieht und alles, was man draußen unternimmt, als triefnasses Spektakel endet, dann wird das von den meisten als echte Katastrophe empfunden.

Von einer Klimaveränderung, gar einer Klimakatastrophe sprechen die Forscher deshalb aber noch lange nicht – denn extreme Wetterereignisse und verrückte Wetterlagen hat es schon immer gegeben. Wetter ist eben nicht gleich Klima.

Sammeln, messen, vergleichen: Was Klimaforscher machen

Klimaforscher beobachten das Wetter über lange Zeiträume. Sie messen, sammeln und vergleichen Daten wie zum Beispiel Temperatur, Regenmenge, Windstärke usw. Außerdem studieren sie alte Wetteraufzeichnungen, beispielsweise von Kirchengemeinden oder Weinbauern. Die sind sehr genau und gehen viele Jahrhunderte zurück.

Aus diesem riesigen Datenwust ermitteln die Klimaforscher dann Durchschnittswerte und Regelmäßigkeiten für unterschiedliche Gebiete. Diese Regelmäßigkeiten im Wetter über lange Zeiträume nennt man Klima.

Das Klima einer Region schwankt über Jahrtausende – in der Regel aber so, dass Tiere und Pflanzen genug Zeit haben, sich darauf einzustellen. Im Gegensatz zum Wetter ist das Klima also über längere Zeiträume hinweg ziemlich konstant. Und deshalb kommt auch niemand auf die Idee zu sagen: Schönes Klima heute, was?

Die Erdatmosphäre

Dass es auf der Erde überhaupt ein Klima gibt, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen leben können, hängt mit der Energie der Sonne und der Lufthülle zusammen, die die Erde umgibt, der Atmosphäre.

Ohne Atmosphäre, die aus einem Gemisch verschiedener Gase besteht, wäre auf der Erde die Hölle los: Gesteinsbrocken aus dem Weltall würden nicht verglühen sondern ungehindert auf den Planeten krachen. Schädliche Strahlungen würden ungefiltert die Erdoberfläche erreichen. Außerdem wäre es bitterkalt. Denn die Erde würde die Sonnenenergie in die Weiten des Alls zurückstrahlen – und dabei auskühlen.

Der natürliche Treibhauseffekt

Im Gasgemisch der Atmosphäre ist in geringen Mengen auch Kohlendioxid (CO2) enthalten. Es ist eines der wichtigsten Treibhausgase und hat dort oben eine zentrale Funktion. Denn Treibhausgase verhindern, dass sich die Sonnenenergie einfach wieder ins All verflüchtigt. Sie wirken wie ein Glasdach, das einen Teil der Wärmestrahlung festhält.

Wer schon einmal in einer Gärtnerei war, versteht, warum Klimaforscher vom Treibhauseffekt sprechen: Ohne Glasdach, das die Sonnenwärme einschließt, würden die Tomatenpflanzen bei Kälteeinbrüchen im Frühling erfrieren – und ohne natürlichen Treibhauseffekt würde die Erde viel mehr abkühlen. Leben, so wie wir es kennen, gäbe es dann nicht.

Ein Gas, das es in sich hat: Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid ist ein ungiftiges, nicht brennbares Gas und ein natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre. In der Natur kommt es durch die Verbindung von Sauerstoff und Kohlenstoff zustande. Das passiert zum Beispiel, wenn Menschen und Tiere atmen.

Besonders viel Kohlendioxid entsteht, wenn etwas verbrannt wird: beim Heizen, beim Autofahren, bei der Verfeuerung von Kohle und Gas zur Stromerzeugung und wenn in Fabriken durch die Verbrennung von Kohle oder Öl Maschinen angetrieben werden. Seit einiger Zeit sorgt das viele Kohlendioxid allerdings für Sorgenfalten bei den Klimaforschern …

An der Klimaschraube gedreht: Der von Menschen gemachte Treibhauseffekt

Klimaforscher haben den Anteil des Kohlendioxids in der Luft gemessen und festgestellt, dass er in den letzten 150 Jahren um ein Drittel gestiegen ist. Wie sie das herausgefunden haben? Ganz einfach: Sie haben beispielsweise Luftbläschen untersucht, die in altem Eis eingeschlossen waren. Und die haben sie mit dem heutigen Kohlendioxid-Gehalt verglichen.

Sie wissen auch, wo das zusätzliche Kohlendioxid herkommt: Vor allem aus Autoauspuffen und – vor allem – aus Kraftwerksschloten, aber auch aus Haushalten. Ein Teil des vielen Kohlendioxids wird von Pflanzen aufgenommen, die das zum Wachsen brauchen (Photosynthese).

Aber der Rest? Der verbleibt in der Atmosphäre und – darüber sind sich die meisten Klimaforscher einig – verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt enorm. Denn gleichzeitig mit dem Anstieg von Kohlendioxid hat sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde um ein halbes bis ein Grad erhöht. Durch mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre wird mehr Wärme zurückgehalten. Die Erde bekommt Fieber.

Ein halbes bis ein Grad wärmer … Von lächerlichen Zahlen, die es in sich haben

Ein halbes bis ein Grad! Das klingt doch nach lächerlich kleinen Zahlen. Leider haben die es in sich: Denn es handelt sich dabei um Durchschnittswerte für die ganze Erde. Das heißt, dass es in einigen Gebieten viel wärmer und in anderen dagegen viel kälter geworden ist.

Zudem sorgen aber auch schon kleine Verschiebungen bei den Temperaturen dafür, dass alles durcheinander gerät – besonders, wenn sie schnell vonstatten gehen. Denn Tiere und Pflanzen leben in oft hoch spezialisierten und eng verflochtenen Gemeinschaften, die sich in langen Zeiträumen gebildet haben. Sie haben einfach nicht genug Zeit, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen.