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Aktionsleitfaden

23.05.2005

Hier geht’s um Aktionen! Zum Mitmachen, Weitermachen und vor allem Selbermachen.

Greenpeace-Jugendliche sind schon bei der ersten Demo in Dannenberg dabei: gegen den bevorstehenden Transport von Atommüllbehältern ins Zwischenlager Gorleben.

Ihr wollt wissen, was man beachten muss, wenn man eine Aktion plant? Mit was fängt man am besten an? Was darf man keinesfalls vergessen? Wie schreibt man eigentlich ein Flugblatt, wie eine Pressemittteilung? Wie bekommt man Leute an den Infostand? Muss man eine Demonstration genehmigen lassen? Das und noch viele andere nützliche und wichtige Tipps und Techniken findet ihr hier.

Euch fehlt einfach nur eine gute Idee? Bitte sehr, unter Aktionsideen und Aktionsnachrichten findet ihr jede Menge Anregungen und Tipps. Alle Aktionsbeispiele sind greenteamgeprüft!

Drei Grundregeln für Umweltdetektive

Wer etwas erreichen will, sollte mit System vorgehen. Wenn ihr die drei Grundregeln für Umweltschnüffler beachtet, habt ihr schon ziemlich gute Karten.

1. Sich schlau machen!

Greenteam-Kids recherchieren am Computer für ihre nächste Aktion

Schaut in Bücher und Zeitungen nach, befragt eure Eltern oder Lehrer, quetscht andere Umweltgruppen aus oder guckt hier unter > Themen nach, ob ihr Informationen zu eurem Thema findet. Auch auf den Seiten von Greenpeace findet ihr zu vielen Umweltthemen Materialien und Informationen. Nur wenn ihr gute Argumente habt, könnt ihr die Leute auf der Straße überzeugen!

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2. Die Öffentlichkeit informieren und in Aktion treten!

Kids for Forests demonstrieren in Berlin gegen die Abholzung der "Fantastischen Sieben" - der sieben letzten großen Urwaldgebiete unserer Erde.

Oft müsst ihr andere Menschen auf Umweltprobleme erst einmal aufmerksam machen. Meistens muss man ihnen auch die Zusammenhänge erklären. Dann handeln sie vielleicht gemeinsam mit euch. Malt Plakate, schreibt Flugblätter, macht einen Infostand, startet eine Unterschriftensammlung. Und wenn ihr eine pfiffige Aktion vorhabt, ruft vorher eure örtliche Zeitung an.

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3. Hartnäckig bleiben!

Greenpeace-Kids diskutieren auf der Artenvielfaltkonferenz (CBD) in Den Haag, Niederlande, mit Politikern über Urwaldschutz.

Wenn ihr mit hohen Tieren (zum Beispiel Politikern, Firmenchefs, Ladenbesitzern oder Schuldirektoren) verhandeln müsst: Bleibt hartnäckig, denn sie werden zuerst versuchen, euch abzuwimmeln. Ihr könnt die Situation vorher im Rollenspiel durchspielen und so schon mal eure Argumente testen.

Ausführliche Anleitungen zu allen drei Regeln gibt es im Greenteam-Handbuch. Falls ihr ein neues Greenteam werden wollt und noch ein Handbuch braucht, meldet euch zuerst in Hamburg (Greenpeace, 22745 Hamburg, Stichwort: Greenteam, oder Email: mail@greenpeace.de).

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Neun Grundrezepte für Umweltaktionen

1. Was für alle Aktionen gilt...

Grundprinzip bei allen Greenpeace- und Greenteam-Aktionen ist Gewaltfreiheit. Das heißt: Auch wenn euch jemand provoziert, gemeine Sachen sagt oder zum Beispiel an eurem Stand etwas kaputtmacht: In den Hintern treten oder eine scheuern ist tabu (auch wenn’s manchmal schwerfällt...)

Vorab ein paar Tipps, wenn ihr gemeinsam eine Aktionsidee sucht:

• Schreibt alle Vorschläge für Aktionsideen auf einen großen Zettel und kommentiert sie (noch) nicht - egal ob ihr sie doof oder toll, zu aufwendig oder zu popelig findet: Es braucht immer etwas Mut, einen Vorschlag zu machen. Wenn der gleich abgeschmettert wird, dann überlegt man es sich dreimal, ob man eine weitere Idee herausrückt. Und am Schluss hocken lauter beleidigte Leberwürste um den Tisch herum. Also: Erst wenn alle Ideen auf dem Tisch sind, diskutiert ihr darüber, checkt Vor- und Nachteile ab und entscheidet euch.

• Schraubt eure Ansprüche nicht zu hoch: Es muss nicht gleich die mega-coole Aktion sein! Auch mit kleinen Aktionen und wenig Aufwand kann man eine Menge auf die Beine stellen und viel Spaß haben.

• Achtet bei euren Planungen darauf, dass ihr genügend Zeit für Vorbereitungen habt.

• Sucht keinesfalls Aktionsformen aus, die euch oder andere gefährden könnten.

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2. Leserbrief

Wenn ihr von einer Umweltschweinerei erfahren habt, wenn ihr auf ein Thema aufmerksam machen wollt, oder wenn die örtliche Zeitung über euch und eure Aktionen einfach nicht berichtet ... dann schreibt ruhig einmal einen Leserbrief.

Die Leserbriefseiten einer Zeitung werden von sehr vielen Menschen gelesen. Für Politiker und andere hohe Tiere sind die Leserbriefe Pflichtlektüre, weil sie erfahren, was für die Menschen in einer Stadt wichtig ist.

So zum Beispiel könnte ein Leserbrief aussehen. Vor allem: Auf den richtigen Ton kommt es an!

• Der Aufwand ist nicht besonders groß: Ein Leserbrief kostet euch etwas Zeit zum Nachdenken und Formulieren, ein bis zwei Blätter Papier und eine Briefmarke.

• Ganz wichtig ist dabei, dass ihr euch kurz fasst. Sonst müsst ihr damit rechnen, dass euer Brief von der Redaktion gekürzt wird. Ob dann noch in der Zeitung zu lesen ist, was ihr wirklich sagen wolltet, ist nicht sicher.

• Selbst wenn ihr richtig empört seid: Verzichtet darauf, jemanden anzupöbeln! Und wenn ihr tausendmal Recht habt, der Brief wird dann einfach nicht abgedruckt.

• Falls euer Leserbrief abgedruckt wird: Guckt auch in den darauf folgenden Tagen noch einmal auf die Leserbriefseiten. Damit könnt ihr überprüfen, ob euch ein anderer Leser antwortet oder etwas zu eurem Thema zu sagen hat. Das kann schon mal vorkommen und gibt euch die Gelegenheit, auch wieder einen Leserbrief als Antwort zu verfassen.

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4. Protestschreiben

Protestschreiben richten sich meistens an Politiker, Geschäftsleute, Behörden, Botschaften oder Schulleitungen - kurz, an Verantwortliche.

Wer sagt, dass ein Protestbrief klein sein muss? Hamburger Greenteams haben es mit einem großen versucht: gegen Lärm und Luftverschmutzung durch Straßenverkehr.

• Wenn ihr den Brief anfangt mit Formulierungen wie zum Beispiel Sie mieses Umweltschwein Sie!, war die ganze Arbeit vermutlich umsonst. Denn solche Schreiben landen meistens sofort im Papierkorb. Auch wenn’s oft schwer fällt: bleibt höflich.

• Auf einen Protestbrief bekommt man häufig entweder gar keine Antwort oder eine vorgefertigte. Deshalb ist es sinnvoll, zum einen eine persönliche Antwort zu verlangen und zum anderen den Brief mit Fragen und Einzelheiten zu bespicken - da passt ein fertiger Formbrief in den seltensten Fällen.

• Gerade dann, wenn etwas Skandalöses passiert ist, hagelt es oft Protestschreiben, weil viele Menschen stocksauer sind. Wenn euer Schreiben dann noch auffallen soll, muss es eine besondere Form bekommen. Ein Protestbrief muss also nicht zwangsweise viereckig daherkommen.

Ein Protestbrief muss nicht auf ein DIN A4-Blatt passen - er muss auch nicht viereckig sein: Das Schweizer Greenteam-Kid hält einen Brief in Walform hoch.

Ein Beispiel: Ihr wollt einen Protestbrief wegen des Walfangs an die japanische Botschaft schicken? Warum nicht mit vielen Leuten einen Wal in Originalgröße auf Papier malen und darauf den Protestbrief schreiben? Zum Beispiel einen acht Meter langen Minkewal - aber auch schon ein Delfin macht Eindruck! So was haben die dort bestimmt noch nie erlebt! Dieser Brief wird garantiert gelesen.

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5. Flugblatt

Flugblätter sollen die Leute im Vorbeigehen informieren und ihr Interesse wecken. Deshalb sollte alles Wichtige auf einen Blick zu erfassen sein.

Ein Greenteam-Mitglied verteilt Flugblätter gegen Gentechnik in Naschkram und anderen "Lebensmitteln".

• Ein Flugblatt braucht deshalb eine große, knallige Überschrift, damit die Menschen neugierig werden. Außerdem sollen sie sofort sehen, dass ihr keine Reklamezettel verteilt.

Im Vorbeigehen werden keine Romane gelesen. Die liest man im Bett. Also schreibt möglichst nicht mehr als eine DIN A4-Seite voll.

• Ein Foto oder Comic lockert den Text auf.

• Zahlen, Fakten und Behauptungen müssen stimmen! Schreibt möglichst dazu, woher ihr die Angaben habt, damit alles nachprüfbar ist.

• Am Schluss muss immer ein Verantwortlicher im Sinne des Pressegesetzes (V.i.S.d.P.) mit Namen und Adresse stehen. Bei einem einmaligen Flugblatt kann das eine/r von euch sein - er oder sie muss nicht volljährig sein. Wenn ihr in Hamburg wohnt gilt noch eine spezielle Regel (Hamburger Pressegesetz): Da muss auf einem Flugblatt auch die Adresse der Druckerei angegeben werden, die das Flugi druckt. Wenn ihr es aber zu Hause ausdruckt oder in der Schule oder einem Copyshop kopiert, dann genügt der Zusatz Eigendruck.

• Ihr braucht keine Genehmigung, um ein Flugblatt auf dem öffentlichen Gehweg zu verteilen, nur etwas Mut - den müsst ihr euch gegenseitig geben. Wenn ihr freundlich auf die Leute zugeht, werdet ihr sehen, dass die auch nicht böse reagieren. Falls ihr in einem Geschäft oder auf Privatgelände Flugblätter verteilen wollt, müsst ihr vorher den Geschäftsführer fragen.

• Wenn ihr euch so viel Mühe gegeben habt mit dem Flugblatt, dann wäre es doch wirklich blöd, wenn die Leute mehr über eure Rechtschreibfehler diskutieren würden als über eure Forderungen! Also: vorsorglich auf Rächtschraipfeler achten!

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5. Infostand

Ein Infostand macht einiges an Arbeit. Gerade deshalb ist es wichtig, sich vorher ein paar Dinge in Ruhe zu überlegen:

• Welches Ziel verfolgt ihr mit dem Infostand?

• Unterschriften sammeln? Über etwas Bestimmtes informieren?

• Wer soll angesprochen werden?

• Einfach alle Leute in der Fußgängerzone? Schülerinnen und Schüler eurer Schule?

Das Greenteam Gebrochene Harpune setzt sich mit einem Infostand bei Ikea für den Schutz der Wale ein.

• Wo ist ein guter Platz? Können die Leute euch auch sehen? Haben sie dann auch die Gelegenheit, näher zu kommen und stehen zu bleiben? Der beste Platz allein nützt aber nicht viel, wenn ihr die Leute nicht neugierig macht. Schon von weitem muss deutlich sein, dass hier für eine bessere Umwelt gekämpft wird. Und: Je bunter und vielfältiger ein Infostand gestaltet ist, desto mehr Leute zieht er an.

• Infostände müssen genehmigt werden. In der Schule ist dafür die Direktion zuständig, auf Straßen- und Stadtteilfesten gibt es Veranstalter, die einen Stand genehmigen müssen. In der Fußgängerzone und auf allen anderen öffentlichen Plätzen braucht ihr eine Sondernutzungserlaubnis. In manchen Orten bekommt ihr diese Erlaubnis bei der Polizei, in anderen wiederum beim Liegenschafts- oder beim Ordnungsamt. Am besten, ihr erkundigt euch vorher im Rathaus oder bei der Polizei, an wen ihr euch wenden müsst.

Das Greenteam Grüner Stamm wirbt mit einem Infostand für grüne Städte.

• Wer den Stand anmeldet, muss beim Stand bleiben. Ein Tipp: Meldet den Stand als Gruppe an, dann können sich zwischendurch auch mal einzelne verkrümeln.

• Die Genehmigung muss immer griffbereit am Stand liegen. Manchmal kommen nämlich Kontrollen.

• Wenn alles gut läuft, solltet ihr damit rechnen, dass die Leute mehr wissen wollen und Fragen stellen. Für solche Fälle solltet ihr nicht nur selber fit im Thema sein, sondern auch genug Infomaterial zur Hand haben, das ihr bei Bedarf verteilen könnt (siehe Grundrezept 8: Infomaterial von Greenpeace).

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6. Unterschriftenliste

Wenn viele Leute sich mit ihrer Unterschrift für eine Forderung einsetzen, können Politiker oder Geschäftsleute durchaus unter Druck geraten. Der Politiker denkt an die nächste Wahl und der Geschäftsmann an seinen Umsatz.

Man nehme:

• Eine klare Überschrift, zum Beispiel: Schluss mit dem Walfang!

• Eine eindeutig formulierte Forderung, zum Beispiel: Wir, die Unterzeichnenden, fordern die Internationale Walfangkommission (IWC) dazu auf, sich für den Schutz aller Wale einzusetzen und das Fangverbot nicht zu lockern.

• Eine kurze Erläuterung der Forderung, zum Beispiel: Seit 1986 verbietet die IWC die Jagd auf Großwale. Trotzdem missachten Japan und Norwegen das Fang- und Handelsverbot, da Walfleisch in Japan als Delikatesse verkauft werden kann.

• Vier Spalten für Name / Vorname, Straße / Hausnummer, Postleitzahl / Ort, Unterschrift (alle Spalten müssen ausgefüllt sein, sonst ist die Unterschrift nicht gültig).

• Euer Name mit Adresse und ein Verantwortlicher im Sinne des Presserechtes (V.i.S.d.P., siehe Flugblattrezept)

Kids for Forests haben sich als Urwaldtiere verkleidet und sammeln in Berlin Unterschriften für den Schutz der sieben letzten großen Urwaldgebiete auf der Erde.

Zum Unterschriften sammeln braucht ihr keine Genehmigung, außer in der Schule und auf Privatgrundstücken, dazu zählen zum Beispiel Geschäfte, Kaufhäuser, aber auch der Bahnhof und die Bahnen. Es macht sich immer gut, die Unterschriftensammlung mit einer peppigen Aktion zu verbinden. Das macht neugierig, und ihr habt mehr Spaß dabei. Wenn ihr von Haus zu Haus gehen wollt, um Unterschriften zu sammeln: geht niemals allein, sondern immer in der Gruppe; und geht grundsätzlich nicht mit in die Wohnung.

Noch ein Tipp: Viele Leute scheuen sich, als Erste zu unterschreiben. Lasst deshalb zuerst Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde unterschreiben, damit die Liste nicht leer aussieht.

Die sechsjährige Janina sammelt bei einem Eishockeyspiel in Mannheim Unterschriften für den Schutz der Urwälder.

Tipp Nr. 2: Wenn eine bekannte Schauspielerin für ein Hustenmittel im Fernsehen wirbt, dann kaufen eine ganze Menge Leute das Zeug, obwohl sie kerngesund sind. Beim Unterschreiben ist das (leider) oft auch so: Die Leute sehen einen prominenten Namen auf der Unterschriftenliste und unterschreiben dann lieber, weil sie denken: Wenn der unterschrieben hat, dann ist das bestimmt eine gute Sache. Das muss nicht gleich ein Fernsehstar sein oder ein berühmter Fußballer; ein Pfarrer, der Bürgermeister oder der Schuldirektor tun‘s auch. Wenn ihr also so einen Promi kennt, überzeugt ihn davon "Erstunterzeichner" zu werden.

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7. Pressearbeit

Pressearbeit ist ein gutes Mittel, um euch oder eure Aktionen bei möglichst vielen Menschen bekannt zu machen. Die Schlagzeile in der Bild-Zeitung werdet ihr vermutlich nicht bekommen, aber an die örtlichen Zeitungen könnt ihr immer eine Pressemitteilung oder eine Presseerklärung schicken. Dabei könnt ihr die Journalisten einladen, zu eurer Aktion zu kommen. Selbstverständlich könnt ihr auch Fernsehjournalisten einladen. Die werden allerdings nur dann kommen, wenn sie spektakuläre Bilder erwarten.

Das Greenteam Lebensbaum aus Kassel beim Protest gegen die Hennenhaltung in Legebatterien.

Eine Pressemitteilung informiert die Journalisten und dann natürlich auch die Leserinnen und Leser über die 5 W’s: Wer macht wo, wann und warum was. Journalisten und Leser erfahren also etwas über: die Veranstalter (Wer?), den Ort (Wo?), den Grund (Warum?), den Ablauf (Was?),

den Zeitpunkt (Wann?).

Bedenkt bitte, dass Zeitungsleute jeden Tag einen ganzen Stapel von Pressemitteilungen bekommen. Deshalb solltet ihr euch wirklich kurz fassen! Vergesst nicht eine/n von euch als Ansprechpartner mit Telefonnummer und Adresse anzugeben (wegen Rückfragen).

Schickt eure Pressemitteilung einige Tage vor der Aktion an die Zeitung. Nur Sensationen kommen noch in letzter Minute ins Blatt. Was aber eine Sensation ist, entscheiden die Journalisten. Kurz bevor es wirklich losgeht, ruft ihr am besten noch einmal die Zeitung an, um nachzuhaken.

Eine Presseerklärung ist in der Regel etwas länger als eine Pressemitteilung. Auch hier sind die 5 W’s wichtig, es kommen aber noch Hintergrundinformationen dazu. Doch auch die Presseerklärung sollte kurz und knackig formuliert sein und maximal eine Din A4-Seite umfassen. Stellt euch vor, ihr fangt einen Krimi von hinten an zu lesen, das Spannendste kommt dann zuerst. So muss eine Presseerklärung aussehen.

Aus Presseerklärungen können Journalisten Artikel zusammenbasteln. Deshalb sind sie auch für Journalisten interessant, die gar nicht bei der Aktion dabei waren. Sie erfahren trotzdem alles Wesentliche. Besonders interessant für Journalisten sind sogenannte O-Töne (Original-Töne). Das sind Zitate (wörtliche Aussagen) der Beteiligten. (Auch unser Bürgermeister sollte dafür sorgen, dass die Stadtverwaltung nur noch Recyclingpapier verwendet, fordert die zwölfjährige Janina vom Greenteam Rotzlöffel während einer Aktion für die Rettung der letzten noch verbliebenen Urwälder auf der Erde).

Tipp: Ihr könnt einen Text für eine Presseerklärung von Freunden oder Eltern gegenlesen lassen. Wenn die auf Anhieb verstehen, worum es geht und den Text auch noch spannend finden, ist er gut.

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8. So komme ich an Infomaterial von Greenpeace

Das Greenteam Dreamteam hat sich bei Greenpeace mit Infos eingedeckt und in Soltau einen Infostand aufgebaut.

Wenn ihr von Greenpeace große Mengen an Infomaterial haben wollt: dringend rechtzeitig bestellen - am besten vier Wochen vor eurer Aktion. Das kostet nichts. Wir schicken euch so viel wie ihr braucht. Aber: Bitte schätzt vorher ab, wieviel das ungefähr sein könnte. Denn es wäre doch schade, wenn das ganze Infomaterial - das Greenpeace ja auch eine Stange Geld kostet - im Altpapier landen würde, weil es doch nicht gebraucht wurde.

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9. Unsere Aktion soll in der Greenteamzeitung und auf der Kids-Website erscheinen

Wenn ihr wollt, dass Greenpeace über eure Aktion berichtet: Fotos machen und einen kleinen Bericht schicken. Der wird dann in der Greenteam-Zeitung abgedruckt und erscheint auch hier auf den Kids.de-Seiten. Wenn ihr Greenpeace rechtzeitig Bescheid sagt, können wir euch vielleicht sogar einen Fotografen schicken, der eure Aktion dokumentiert. Also: anrufen, mailen, faxen, Schneckenpost - wie ihr wollt ...

Hier sind die Adressen:

• Telefon: 040 / 30 618 - 0 (ihr werdet weitergeleitet zu jemandem, der eure Bestellung aufnimmt

• Fax: 040 / 30 618 - 100 (Adresse nicht vergessen)

• Email: mail@greenpeace.de (Adresse nicht vergessen)

• Post: Greenpeace Kinder- und Jugendprojekte, 22767 Hamburg

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Die Demonstration

Eine Demonstration ist dazu da, eine Forderung oder einen Skandal öffentlich zu machen. Das Ziel ist, dass möglichst viele Menschen mitkriegen worum es geht und euch (hoffentlich) unterstützen.

Weder zu übersehen noch zu überören: Greenteams demonstrieren mit Pauken und Trompeten für bessere Luft.

Damit die Menschen auf der Straße neugierig werden und näher kommen, muss eine Demonstration bunt und laut sein. Ihr braucht nicht gleich ein paar hundert oder tausend Leute zu sein, ein kleinerer, aber fantasievoll gestalteter Umzug ist auf jeden Fall wirksamer als ein Haufen von vielen Leuten, die schweigend und mit miesemöppeligen Gesichtern durch die Straßen laufen.

Die Leute sollen ja verstehen warum ihr demonstriert, deshalb: verteilt Flugblätter, ruft Sprüche und malt ein großes Transparent mit einer klaren und verständlichen Aussage. Schreibt auch dazu, wer ihr seid (zum Beispiel Greenteam Rotzlöffel).

Paragrafensalat bei einer Demo

Sehenswertes in Kassel: Das Greenteam Lebensbaum protestiert in Hühnerkostümen gegen die quälerische Haltung von Hennen in Legebatterien.

Drei Leute stülpen sich Hühnermasken über den Kopf, schnappen sich ein Transparent mit der Parole Stoppt die Massentierhaltung!, stapfen durch die Fußgängerzone und singen: Ich wollt, ich wär' kein Huhn, dann könnt' ich auch mal ruh’n, ich säße nicht in diesem Knast bei Ekelfischmehlmast.

Sind drei Hühner eine Demonstration? Ja, und zwar eine waschechte. Ist das denn erlaubt? Eine Demonstration ist ein Grundrecht, muss also nicht erlaubt werden, aber ... der Reihe nach:

Greenpeace-Jugendliche sind in Köln für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Für eine Demonstration braucht man keine Genehmigung. Aber man muss sie vorher anmelden: Jede Versammlung unter freiem Himmel mit drei oder mehr Menschen muss vorher angemeldet werden. 48 Stunden (2 Tage) bevor ihr zur Demonstration aufruft, muss beim Ordnungsamt oder bei der Polizei die schriftliche Anmeldung vorliegen. Dies gehört alles in die Anmeldung hinein:

• Beginn, Dauer, Ort und Route der Demo

• das Thema der Demo (kurz aufschreiben worum es geht)

• Veranstalter, Organisatoren

• erwartete Teilnehmerzahl

• Demonstrationsmittel (Transparente, Megafon, Musik, Fahrzeuge)

• verantwortliche Person (Name und Adresse)

Die verantwortliche Person sollte volljährig sein und ist tatsächlich für alles verantwortlich, was auf der Demonstration passiert. Außerdem ist sie Ansprechpartner für die Polizei. Deshalb muss sie auch ständig anwesend sein. Falls ihr Ordner für die Demonstration braucht (das entscheidet euer Ordnungsamt), müssen diese volljährig sein.

Greenpeace-Jugendliche haben zur großen internationalen Konferenz "renewables 2004" in Bonn eine Menge aufgeboten, um die Politiker in Bewegung zu bringen. Sogar Schlauchboote haben sie eingesetzt - auf dem Rasen vor dem ehemaligen Bundestagsgebäude.

Wenn aus einer Demonstration heraus im Getümmel das CD- Regal eines Kaufhauses leergeräumt wird, oder ein Passant etwas auf die Brezel bekommt, weil er findet, Kindern wie euch gehöre der Hintern versohlt, dann kriegt die verantwortliche Person Schwierigkeiten - und zwar nicht zu knapp. Will heißen: Bringt euch nicht selbst in Schwierigkeiten und schon gar nicht den- oder diejenige, die dafür den Kopf hinhält.

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Vom Umgang mit hohen Tieren

Hohe Tiere sind auch deswegen hohe Tiere geworden, weil sie vier Techniken perfekt beherrschen:

Robert vom Greenteam Frankfurt/Oder diskutiert in Berlin mit der CDU-Politikerin Angela Merkel.

1. die Leute schmoren lassen,

2. mit vielen Worten gar nix sagen,

3. mit Kindern (möglichst) gar nicht verhandeln,

4. Fragen immer nur so verstehen, dass sie antworten können, wie es ihnen in den Kram passt.

Im Umgang mit hohen (auch mit halbhohen) Tieren gelten drei Prinzipien:

• Hartnäckigkeit: Hohe Tiere haben grundsätzlich keine Zeit. Und wenn sie kritische Fragen befürchten müssen - noch weniger. Also immer wieder nachfragen.

• Durchhaltevermögen: Hohe Tiere haben eine Vorzimmerdame (manche auch einen Vorzimmerherren). Diese Menschen haben nur eins im Sinn: ihren Chefs Unannehmlichkeiten vom Halse halten. Bleibt höflich und freundlich, auch wenn der Chef zum fünften Mal einen anderen dringenden Termin hat. Aber bleibt am Ball. Übrigens: Wir rufen zurück ist vielleicht keine direkte Lüge, aber ihr werdet es trotzdem nicht erleben.

• Frechheit: Wenn ihr immer wieder vertröstet werdet, weil der Mensch einfach zu beschäftigt ist, müsst ihr ihn eben spontan besuchen. Ihr wartet, bis er euch über den Weg läuft und sprecht ihn einfach an: Wie schön, dass wir uns zufällig treffen, wir müssen sie nämlich dringend sprechen.

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Fünf Regeln im Umgang mit wichtigen Leuten

Wenn ihr endlich einen Gesprächstermin bekommt, sind folgende Regeln ganz wichtig:

Kids diskutieren im Ministerium für Verbraucherschutz mit Staatssekretär Berninger über den Schutz der Wale.

Regel 1: Nur gut vorbereitet hingehen und die Situation vorher im Rollenspiel durchproben.

Regel 2: Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

Regel 3: Bei schwammigem Antworten: nachbohren; wenn ihr etwas nicht verstanden habt: nachfragen (siehe Regel 2!)

Regel 4: Block und Bleistift mitnehmen und das Wichtigste mitschreiben. (Damit sich der Gesprächspartner später auch an die Abmachungen erinnern kann).

Regel 5: Niemals alleine in die Höhle des Löwen gehen, denn mit mehreren Leuten kann man nicht so leicht ins Bockshorn gejagt werden